Beatrice Winkelmann

Hugo von Cluny

Meine Bilder (Foto: Claudia Rickli)

Meine Bilder (Foto: Claudia Rickli)

Könige und Päpste fügten sich Hugos Rat und Einfluss; Handwerk, Künste und Wissenschaft blühten zu grossartigen Leistungen empor; Liturgie, Marienfrömmigkeit, Priesterzölibat – in Cluny besonders wichtig – prägten die weitere Entwicklung der Kirche massgeblich. In Cluny selbst hat Hugo die grösste und prächtigste Kirche der damaligen Welt gebaut. Man sagte von ihm, was er in Holz übernehme, hinterlasse er in Marmor. Trotzdem ist sein Gesicht in unserer Darstellung lückenhaft und ein wenig verblasst: auch geschichtlich lassen sich individuelle Züge bei ihm wenig klar erfassen. Er ist hier, weil Schenkung und Bau von Münchenwiler in seine Zeit fielen (er trägt das Kirchlein in seiner Hand) und er hier das geschaffen hat, das uns selbst in den Resten, die davon geblieben sind, noch so anspricht. Wie schön muss diese Kirche einmal gewesen sein, gebaut für nur wenige Mönche. Ein Freund der beginnenden Kreuzzüge sei Hugo hingegen nicht gewesen. Das gilt noch viel mehr für Hugos Nachfolger Petrus „den Ehrwürdigen“, die sen Heiligen der Toleranz und Gedankenfreiheit, ganz im Gegensatz zu seinem Kontrahenten Bernhard von Clairvaux, der nun auf den Plan trat und mit dem Zisterzienserorden die Cluny-Bewegung allmählich in den Hintergrund drängte. Petrus hat in seinem Kloster als erster eine Übersetzung des Korans anfertigen lassen und Kreuzzüge, Fremdenhass und Intoleranz in- und ausserhalb der Kirche tatkräftig bekämpft.

Pfarrer Christian Riniker, 20. März 2011
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