Claudia Miller

Zum Sonntag Rogate, 17. Mai 2020

"Seid beharrlich im Gebet"<div class='url' style='display:none;'>/kg/frauenkappelen/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-laupen.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>4110</div><div class='bid' style='display:none;'>13979</div><div class='usr' style='display:none;'>11375</div>

Man darf schon traurig sein, heute und schon so lange nicht Gottesdienst feiern zu können. Der Sonntag ROGATE („Betet!“) macht mich aber, und Sie vielleicht auch, liebe Leserin, lieber Leser, „fröhlich in der Hoffnung und geduldig in der Trübsal“.

Immer bleibt uns das Gebet und falls Sie aus der Übung gekommen sind: Tun Sie es wieder einmal; bringen Sie den Mut auf; schämen Sie sich nicht. Gehen Sie in einer Haltung des Gebets durch den Tag.





„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“
(Röm 12, 12)




Griechisch, die Sprache des Neuen Testaments, kennt für „beten“ das Wort προσεύχομαι (proseuchomai).
Im englischen Wörterbuch lese ich, das Wort hiesse eigentlich „das Austauschen von Wünschen oder Bitten“. Austauschen? Von Wünschen?

Beten ist Bitten und Danken, Klagen und Loben, auch Segnen. Zu dem man all dies spricht, ist Gott, Jesus Christus, die Heilige Geistkraft.

Beten ist der Moment, in dem jemand Gott direkt anspricht: Lieber Gott; mein Herr; Ewige Du, Gott mit uns, gütiger Gott, Vater im Himmel und vieles mehr. Ein Gebet könnte nur darin bestehen, IHN mit Eigenschaften zu schmücken: Geduldiger Gott, zorniger Gott, gerechter Gott.

Aber ein Austausch von Wünschen? Dazu braucht es zwei Seiten – was erhält die Beterin, wenn sie betet? Das, worum sie bittet? Wie viele unzählige Gebetsbitten wurden gesprochen und blieben unerhört? Diese Statistik kann keiner unserer Superrechner erstellen.
Doch erhält die Beterin etwas anderes: Sie erhält Gottesbeziehung, sie hält die Zusage Christi lebendig: „Und seid gewiss: „Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28, 20)

Paulus bittet seine Römer, Korinther, Galater und Thessaloniker „ohne Unterlass“ zu beten, „beharrlich“ zu sein im Gebet. Er hält die Leute dazu an, die Verbindung mit Gott nicht abzubrechen.

Man darf schon traurig sein, heute und schon so lange nicht Gottesdienst feiern zu dürfen. Der Sonntag ROGATE („Betet!“) macht mich aber, und Sie vielleicht auch, liebe Leserin, lieber Leser, „fröhlich in der Hoffnung und geduldig in der Trübsal“.

Immer bleibt uns das Gebet und falls Sie aus der Übung gekommen sind: Tun Sie es wieder einmal; bringen Sie den Mut auf; schämen Sie sich nicht. Gehen Sie in einer Haltung des Gebets durch den Tag.
Suchen Sie „Namen Gottes“, danken Sie, klagen Sie, loben Sie, segnen Sie.
Bleiben Sie dran mit dem Austausch von Wünschen und Bitten.
Und falls Ihnen mal wieder partout nichts in den Sinn kommt, dann sprechen Sie das Gebet, das Jesus Christus seinen Jüngerinnen und uns gelehrt hat.

PS: Im Gebet gibt es keine Hierarchien: Es braucht keine Pfarrerin und keinen Priester, das Gebet einer Frau ist nicht weniger wert als dasjenige eines Mannes. Für Paulus steht ausser Frage, dass in der Beziehung zu Gott und in Christus alle Trennungen zwischen Frauen und Männern, zwischen Sklaven und Freien und zwischen Juden und Nicht-Juden beseitigt sind.

Pfrn. Claudia Miller, Frauenkappelen
Bereitgestellt: 16.05.2020     Besuche: 33 Monat 
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